Challenge Roth - Die Erfüllung meines sportlichen Lebenstraums!

von Patrick Kolei Kommentare Vorschau

Als ich am 06.12.2015 die E-Mail mit dem Betreff „DATEV Challenge Roth 2016 – Bestätigung Ihrer Vor-Registrierung“ erhielt, war von jetzt auf gleich mein sportliches Highlight für das Jahr 2016 festgelegt. Mir schlug das Herz bis zum Hals und dabei stand ich noch nicht mal an der Startlinie. Mir wurde schlagartig klar, welche Herausforderung ich mir dort ausgesucht hatte und ich sah bereits die vielen Trainingsstunden, die nun vor mir lagen, vor meinen Augen. Das alles hatte ich so gewollt. Das alles war eine Abfolge von Herausforderungen, welche ich in den letzten Jahren bereits in meinem Leben (erfolgreich) absolvieren durfte. Nun hieß die nächste Herausforderung Triathlon Langdistanz und ich hatte richtig Lust drauf und war bis in die Haarspitzen motiviert. Doch konnte ich mir am Ende diesen Traum wirklich erfüllen?

Ich weiß noch ganz genau, als ich wieder vor dem Online-Formular zur Anmeldung zur Challenge Roth saß und so schnell wie möglich meine persönlichen Daten eingab. Es war bereits der zweite Versuch in diesem Jahr, denn die Sonderaktion am Nikolaustag hielt nochmal ein paar Tickets für Athletinnen und Athleten bereit. Dieses Mal war ich schnell genug. Immer und immer wieder lass ich die E-Mail:

„Lieber Patrick, herzlichen Glückwunsch, deine Registrierung für einen Startplatz beim DATEV Challenge Roth 2016 war erfolgreich. Wir haben die Daumen gedrückt und freuen uns auf Dich!“

Diese paar Zeilen sollten also nun also mein komplettes sportliches Jahr 2016 bestimmen. Noch hatte ich allerdings die Möglichkeit den Startplatz nicht anzunehmen, indem ich die nächste E-Mail einfach ignorierte und keine Zahlung tätigen würde. Zu viele Jahre hatte ich auf diese Chance gewartet und immer wieder versucht einen Startplatz zu ergattern. Natürlich ignorierte ich die E-Mail nicht und bezahlte, somit stand meine Anmeldung und ich startete in meine Vorbereitung(splanung).

Ich hatte in meinem sportlichen Leben schon einige tolle Highlights erleben dürfen. Unzählige kleine Läufe: Brücken- und Nachtläufe, Hindernisläufe, Halbmarathons, Marathons, Trails, Ultratrails, so wie Triathlons: Sprint- und Olympische Distanzen. Doch dieses, so war mein erster Gedanken, sollte wohl alles toppen und etwas ganz Besonderes werden. Anfang des Jahres noch beim Rodgau50 am Start, stieg ich danach nun wirklich ins triathlonspezifische Training ein. Die ersten Rennradausfahrten folgten, das Schwimmtraining wurde, durch meinen sehr guten Freund Roman, optimiert und die Laufeinheiten, an einen aufgestellten Triathlon-Trainingsplan, angepasst. Das konnte ich. Das Laufen. Schwimmen, auch da hatte ich keine Probleme. Doch auf dem Rennrad saß ich in den letzten Jahren nicht all zu viel. Hatte ich doch 2015 keinen einzigen Triathlon bestritten und mich voll und ganz auf die Trailläufe konzentriert.

So wollte ich auch unbedingt vor der Langdistanz weitere Triathlonwettkämpfe bestreiten und mir die benötigte Routine, vor allem beim Wechseln der Disziplinen, aneignen. Mit den Teilnahmen bei der olympischen Distanz beim mz3athlon, meiner Premiere auf der Mitteldistanz beim IRONMAN 70.3 in Kraichgau und auch auf der Mitteldistanz am Chiemsee hatte ich damit den Grundstein für eine erfolgreiche erste Langdistanz gelegt.

Nach dem Rennen am Chiemsee hatte ich nun nicht mehr viel Zeit den letzten Feinschliff vorzunehmen. Doch freitags, eine Woche vor dem Start in Roth, bekam ich plötzlich gesundheitliche Probleme. Eine kleine Erkältung, so dachte ich damals, würde mich nicht all zu viel zurückwerfen und so entschied ich mich in der letzten Woche keine anstrengenden Trainingseinheiten mehr zu absolvieren. Ich konzentrierte mich also eher darauf wieder fit zu werden. Das gelang mir nicht vollkommen, so dass ich auch am Wettkampfwochenende meinen Reizhusten noch mit einem Hustenstiller etwas unter Kontrolle zu bekommen versuchte. Diese kleinen gesundheitlichen Probleme sollten mich allerdings auch nicht an der Reise, der Teilnahme und der bestmöglichen Leistung, die ich an diesem Tage abrufen konnte, hindern. Ich war bereit. Und ich war nicht alleine.

Unterstützung

Diese Unterstützung war noch nie so wichtig wie an diesem Tag. In diesem Bericht rutscht dieser Teil daher ganz nach oben und steht somit fast vor allem anderem. Denn was ich an diesem Tag erleben durfte, habe ich zu großen Teilen auch diesen besonderen Menschen zu verdanken. In den letzten Wochen (vielleicht auch schon Monaten) gab es bei mir fast kein anderes Thema mehr. Ich sprach viel meiner Familie und einigen Freunden und alle waren bereit mich auch an diesem Tag zu unterstützen:

Meine Eltern Trudi & Bernd reisten extra mit dem Wohnmobil nach Roth, um mit mir direkt auf dem Campingplatz der Hardtseemafia das Lager aufzuschlagen. Roman, welcher mir während des Trainings mit wertvollen Tipps rund um das Schwimmen und Radfahren wirklich Tag und Nacht versorgte, reiste extra aus Koblenz für mich nach Roth. Connie, mit der ich bereits die Radstrecke in Kraichgau gemeinsam als Training absolvieren durfte und die mittlerweile eine wichtige Stütze in meinem Leben geworden war, war ebenfalls an diesem Tag für mich da und reiste extra aus Frankfurt für mich an! Hannah und Carsten, welche ich erst vor wenigen Wochen über Twitter kennen gelernt habe, reisten für mich zum Anfeuern aus Berlin an. Auch diese beiden sind in den Wochen vor dem Wettkampf nicht nur sportlich immer für mich da gewesen. Vor Ort war auch Tim, welcher selber auf dem Bike in der Staffel startete und mich bereits seit Wochen mit E-Mails und Nachrichten über Facebook mit hilfreichen Empfehlungen rund um meine Ernährung während des Wettkampfes versorgte. Nicht zu vergessen, auch meine Schwester! Sie drückte zu Hause sekündlich die F5 Taste um hautnah dabei zu sein und ihrem kleinen Bruder fest die Daumen drückte.

Alle Familienmitglieder, Freunde und Bekannte, welche ich eventuell die letzten Wochen mit meinen Posts, Einträgen und Bildern genervt hatte, spendeten mir ebenfalls viel Kraft, Motivation und sendeten mir viele Erfolgswünsche.

Wie kann man solchen Menschen dafür danken? Ich habe es an dem Tag bereits versucht, doch am Ende bleibt mir einfach ein riesiges

"Dankeschön!"

von ganzem Herzen! An ALLE die an diesem Tag mich gedacht haben. Vor Ort. Zu Hause. In Gedanken.

Anreise & Übernachtung

Wir reisten bereits freitags nach Roth, um vor Ort keinen Stress zu haben, in Ruhe auf die Messe gehen und die Zeit noch vor Ort für die letzten Vorbereitungen nutzen zu können. So konnte ich mit der tatkräftigen Unterstützung von Tim bereits um 17 Uhr mein Zelt beziehen. Wir zogen wenig später noch etwas über die Messe, gingen aber recht bald ins Bett. Auch den Samstag gestalteten wir locker. Abholung der Startunterlagen, Essen und ein kleiner Lauf mit Tim standen auf dem Programm. „WarmUp“ zum Wettkampf, klappte eigentlich immer recht gut um den Körper auf die bevorstehende Belastung einzustimmen. Doch meine Luftzufuhr war an diesem Tag nicht optimal, daran konnte ich zu diesem Zeitpunkt leider auch nichts mehr ändern. So war ich auch an diesem Abend, natürlich nach einer riesigen Portion Nudeln, sehr früh im Zelt und versuchte so viel Schlaf zu bekommen, wie ich es mit meinen wirren Gedanken vereinbaren konnte.

Wettkampftag

Ich schlief erstaunlich gut, in meinem großen Zelt mit der riesengroßen Luftmatratze. Die Wetteraussichten waren gut. Es sollte warm werden, doch richtig heiß werden sollte es eventuell am Schluss, auf der Laufstrecke und einigen Abschnitten. Wie immer würde ich es ohnehin nicht ändern können. Ob Regen, Schnee, Hagel, Kälte, Sonne oder Hitze.

So beschäftigte ich mich mit Dingen, die ich beeinflussen konnte: Meiner persönlichen Leistung und Einstellung. Ich würde so oder so am Start stehen und freute mich auf einen ereignisreichen Tag!

Das Frühstück war allerdings wieder mehr als zäh und so versuchte ich wieder das rein zu bekommen, was irgendwie gehen wollte. Der Husten nervte mich zunehmend, allerdings versuchte ich mir das nicht anmerken zu lassen. Ich hatte das Gefühl, dass alle auf dem Zeltplatz der Hardtseemafia angespannt und nervös waren. Das galt natürlich auch für mich, meine Eltern und Roman. Ich versuchte mich allerdings nicht verrückt machen zu lassen. Als wir uns allerdings auf den Weg zum Startbereich machten, wurde es von Minute zu Minute schwieriger es nicht zu werden.

Die vielen Athletinnen und Athleten, die ganzen grandiosen Eindrücke, überall Gewusel und Vorbereitungen, diese riesige Wechselzone und dann Jan Frodeno, der x-fache Triathlon-Weltmeister, Weltrekordler, Ironman Hawaii Sieger und sicherlich Vorbild für unzählige Athleten, wie er sich ebenfalls für seinen Weltrekordversuch bereit machte …

Sowas ist nichts für mich. Sowas ist zu viel für mich. Ich möchte ankommen, umziehen und ab ins Wasser. Meist wartet man aber dann doch wieder über eine Stunde und hat in der Zeit natürlich auch genügend Zeit um sich unnötige Gedanken zu machen. Dabei ist sicherlich nicht nur positives dabei. Mein Ritual: Kopfhörer an, Lieblingsmusik an, Augen zu und Konzentration.

3,8 km Schwimmen

Ich war für den Startblock um 07:25 Uhr eingeplant. So machte ich mich pünktlich daran mich in meinen Neoprenanzug zu quetschen, meine Schwimmkappe und Brille zurechtzulegen und mich zum Schwimmeinstieg zu begeben. Pünktlich genug, um Jan Frodeno bereits aus dem Wasser steigen zu sehen. Was für ein unglaublicher Sportler, was für eine Maschine! Natürlich kam er als erster aus dem Wasser und meine Motivation und Ehrgeiz waren auf dem Höhepunkt. Mit solch einem fantastischen Triathleten auf der gleichen Strecke starten zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes.

Ich stand unter Strom, war mental voll da und wollte nun auch mein Bestes geben! Auch der erste Schritt ins Wasser konnte mich davon nicht abschrecken. ;-)

Meinen Vater fiel auf der anderen Seite des Kanals direkt auf. Er hatte wieder sein leuchtendes T-Shirt an, perfekt um ihn immer wieder in der riesigen Menschenmenge erkennen zu können. Auch meine Mum und Roman waren kräftig am Winken. Connie stand bereits auf der Brücke, um sich das Schauspiel von oben anschauen zu können. Es blieb mir nicht mehr viel Zeit, da hörte ich auch bereits den Countdown und den Startschuss. Nun war er also gefallen, der Startschuss zur ersten Langdistanz in meinem Leben!

Sofort erinnerte ich mich an meine diesjährigen bereits absolvierten Wettkämpfe. Ruhig anfangen, doch gleich vorne einsortieren um Platz zu bekommen. Auch in Roth startete ich in der zweiten Reihe und lies keine Zeit verstreichen, um meine aufgebaute Schwimmform zu bestätigen. Eine Zeit unter 01:10 wäre ein Traum. Daran war vor ein paar Monaten noch nicht zu denken, aber ich konnte sie durch mein optimiertes Schwimmtraining kontinuierlich verbessern. Es war möglich!

Geschwommen wurde im Main-Donau-Kanal und ich empfand diesen bereits auf den ersten Metern als sehr angenehm. Ich hatte 3,8 km vor mir, war allerdings erstaunt wie viel Platz ich bereits nach knapp 500 Meter hatte. So konnte ich mich vollkommen auf mich und meine Technik konzentrieren und musste mir keine Gedanken darüber machen, mit anderen Schwimmern zu kollidieren. Die kleinen Startgruppen waren dafür perfekt organisiert.

Ich kam super in meinen Rhythmus und hatte ein tolles Schwimmgefühl. So war es wenig verwunderlich, dass mich der erste Wendepunkt überraschte. Beim Schwimmen war es natürlich grundsätzlich schwierig mich anzufeuern, dachte ich. Denn bis zu diesem Tag hatte ich die Rechnung wohl ohne den Einsatz von Roman gemacht. Bei der Atmung auf die rechte Seite, sah ich nämlich plötzlich einen Kerl, der wie verrückt mit einer Jacke fuchtelte! Zugegeben, ich benötigte 5-6 Atemzüge um wirklich zu realisieren, dass er es war. Wie konnte er mich aus den ganzen Schwimmern heraus erkennen? Später sagte er zu mir „Na, ich kenne doch Deinen Schwimmstil“. Unglaublich! Ich erkannte ihn schlussendlich an seinem Vollbart und wenn es sowas wie Gänsehaut unter Wasser geben sollte, dann hatte ich es. Ich hätte heulen können, so glücklich war ich in diesem Moment jemanden an der Seite zu sehen. Wir konnten uns natürlich nicht unterhalten, aber seine Gesten deuteten auf eine gute Schwimmzeit und immer wieder sah ich ihn anheizen, anpeitschen und klatschen. Das war einfach großartig!

Kurze Zeit später hatte ich ihn allerdings aus den Augen verloren, denn der Zielbereich kam näher und somit auch wieder die Menschenmassen an der Schwimmstrecke. Die Zeit verging und auch wenn meine Arme nach der zweiten Wende schwerer wurden, ich sah bereits den Schwimmausstieg und die vielen, vielen Menschen die ihren Liebsten zuriefen, jubelten und anfeuerten. Immer wieder blickte ich nach vorne, noch wenige Meter, dann spürte ich den Boden unter meinen Füßen. Meinen Vater entdeckte ich nur wenige Sekunden später direkt am Ausstieg, was für ein tolles Gefühl!

Die erste Disziplin war absolviert, mein Rennen allerdings noch lange nicht. Der Auftakt war allerdings schon mal berauschend!

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich an diesem Tag eine 01:07:03 schwamm und bereits damit unter meinen eigenen Erwartungen blieb. Unfassbar!

So konzentrierte ich mich schnell wieder auf meine nächste Aufgabe: Umziehen! Der Beutel wurde mir bereits entgegengehalten, als mich die nette Helferin mit meiner Nummer erkannte. Auch im Zelt wurde uns tatkräftig geholfen. So hatte ich fast das Gefühl, dass die Helferinnen und Helfer mich alleine ausziehen und mir die Kompressionssocken überstreifen wollten. Ich schaffte es natürlich alleine, sodass ich kurze Zeit später bereits mein Bike, zuerst schiebend, dann fahrend, in Richtung Radstrecke steuerte.

180 km Radfahren

Radfahren. Die große Unbekannte. Meine große Unbekannte. Sicherlich hatte ich in den letzten Wochen und Monaten ordentliche Trainingseinheiten absolviert, doch hatte ich nach den 150 km Ausfahrten nie das Gefühl, dass noch weitere 30 Kilometer drin gewesen wären. Ganz zu schweigen davon, dass ich danach sicherlich keinen Marathon mehr hätte laufen können. Da dieses allerdings auch im Training nicht voll absolviert wird, hatte ich die Hoffnung, dass meine Koppeleinheiten ausreichen würden, um diesen Zustand heute ändern zu können. Was blieb mir auch anderes übrig? Ich wollte ins Ziel! Ich wollte als Finisher der Challenge Roth wieder die Heimreise antreten! Und bereits an diesen Zeilen erkennt man sehr gut, welche Gedanken einem während des Rennens durch den Kopf schießen. Es ist unglaublich, welche Zeit man für solche wirren Gedanken hat. Diese Zeit sollte ich auch auf den nächsten 180 Kilometer haben.

Gedanken zusammennehmen. Verpflegung! Ich hatte von Tim einige wertvolle Tipps bekommen und hätte vermutlich besser einen Beiwagen mitgenommen, um das alles transportieren zu können. Ich teilte mir daher alles in die verschiedenen Disziplinen auf und verstaute noch Ersatzriegel und Gels in meinen Wechselbeuteln. Auf dem Bike hatte ich in meiner Tasche aber bereits jede Menge Kohlenhydrate gebunkert, sodass ich zum diesem Zeitpunkt das erste Mal etwas essen konnte. Bereits im Vorfeld war mir auch klar, dass ich während der Belastung wohl keinen Husten haben sollte. Das bewahrheitete sich, auch wenn ich mit der Luftzufuhr nicht ganz so glücklich war. Meine Beine fühlten sich hingegen sehr gut an, sodass ich mich nun darauf konzentrierte nicht allzu viel Kraft auf der Radstrecke zu verbrauchen.

Ich kannte die Radstrecke. Vor einigen Wochen habe ich die beiden Runden nämlich bereit absolviert, um nichts dem Zufall zu überlassen. Sie fährt sich angenehm und trotz der kleineren und etwas größeren Anstiege, finde ich sie nicht all zu schwierig. Während einer Langdistanz ist aber alles anders. So nahm ich mir an diesem Tag vor, die erste Runde nicht auf Vollgas zu fahren und auch für die zweite Runde noch genügend Kraftreserven aufzusparen. Auf den ersten Kilometern spulte ich meine bereits gefahrenen Radeinheiten und Wettkämpfe ab. Versuchte mich in die Situationen zu versetzen, in denen es gut und eben auch schlecht lief und sammelte durch diese Erfahrungen Motivation. Sicherlich gab es auch an diesem Tag schlechte Momente und Zeiten, in denen man einfach nicht mehr weiterfahren wollte. Sich allerdings bereits erfolgreich absolvierte Wettkämpfe immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist für mich eine tolle Möglichkeit um mir neuen Mut zu machen.

Bereits ab Kilometer 50 gab es für mich allerdings nur einen Gedanken: Solarer Berg. Dieser legendäre „Berg“, welchen ich auf meine Trainingsrunde doch fast verpasst hätte, hätte ich kein Schild davon gelesen. Es gab sicherlich heftigere Anstiege auf dieser Roth Radstrecke, doch er war dennoch berühmt. Berühmt deswegen, weil auf keinem anderen Abschnitt so viele Zuschauer, Fans und Unterstützer warteten als dort. Darauf freute ich mich. Denn bisher hatte ich diesen beeindruckenden Moment nur auf Videos oder Fernsehübertragungen gesehen. Nun wollte ich es selber erleben, in weniger als 30 Kilometer. Die Zeit bis dahin war unendlich lang. Auch wenn ab und zu immer Zuschauer an der Strecke standen und die Triathleten weiter anzutreiben, meine Unterstützung sollte ich erst am besagten berühmten Punkt wiedersehen können. Als ich diesen Gedanken gerade zu Ende gedacht hatte, sah ich plötzlich Hannah & Carsten auf der rechten Seite. Sie hatten wohl nach mir Ausschau gehalten, aber dann doch nicht entdeckt. Im letzten Moment rief ich ihnen zu und der Jubel war mir gewiss. Herrlich, immer wieder im richtigen Moment!

Kurze Zeit später hörte ich dann zuerst den Jubel, die Party, die Musik, die Pfiffe und das Geschrei. Dann fuhr ich um die Ecke und mein Atem stockte für einen kurzen Moment. Ich fuhr tatsächlich auf eine feiernd brodelnde und tobende Menschenmasse zu, anders kann man das, was einen dort vorwärts trieb, nicht beschreiben. In der Mitte gab es eine kleine „Spalte“, in der sich die Athletinnen und Athleten teilweise einen Weg bahnen mussten. Mein Vater saß auf der rechten Seite, direkt bei der Einfahrt der Menschenmenge, auf dem Boden und ich war mir nicht ganz sicher, ob er mich wirklich erkannte. Zu viele Teilnehmer waren unterwegs. Außer meinen Vater konnte ich auch niemanden mehr erkennen und versuchte stattdessen dem Vordermann nicht aufzufahren. Ich hatte den ersten Gang eingelegt, war aus dem Sattel gegangen und versuchte nicht umzukippen. Im Schritttempo fuhr in durch und sah nichts, außer Arme, Gesichter und klatschende Menschen. Immer wieder spürte ich einen Schlag auf meine Schulter. Was für eine Wahnsinns Unterstützung! So hatte ich es mir nicht vorgestellt, es war um ein vielfaches geiler!

Noch bevor ich hinten aus der Menschenmenge wieder rausfuhr, hörte ich den Moderator. Er appellierte an die Zuschauer, jetzt eine breitere Gasse zu bilden. Denn der führende Athlet Jan Frodeno war auch auf  dem Weg, den Solarer Berg das zweite Mal zu passieren und dieser konnte dort natürlich mit seinen Führungsfahrzeugen und Geschwindigkeit an allen „vorbeifliegen“. Ich war bereits weiter und es wurde schlagartig wieder ruhig, gefühlt ruhiger als vorher. Ein Moment, der mental auch nochmal sehr schwierig war. Denn während die meisten Menschen auf Jan warteten und dieser kurze Zeit später bereits auf die Laufstrecke gehen konnte, machte ich mich auf die zweiten 90 km auf dem Bike. Jan Frodeno war übrigens auch der einzige, welcher es an diesem Tag schaffte mich zu überholen. Alle anderen Profis kamen bei Kilometer 90 erst vorbei, als ich bereits auf der zweiten Runde war.

Zu diesem Zeitpunkt ging es mir allerdings wirklich gut. Von meinem Husten merkte ich nichts mehr, meine Verpflegung funktionierte problemlos und die Beine radelten fröhlich vor sich hin. Ich wusste allerdings auch, dass es jetzt eine ganze Zeit dauern würde, bis ich meine Unterstützung an der Strecke wieder genießen konnte. Ich blieb in meinem Rhythmus und meine mentale Stärke kam mir in dieser Phase des Rennens wirklich zu Gute. Vor dem Wettkampf hatte ich mir eine Zeit unter 6 Stunden ausgerechnet, was einen Schnitt von über 30 km/h bedeutet hätte. Immer wieder rechnete ich bei den Zeitabschnitten nach und bemerkte, dass ich mein Tempo problemlos halten konnte.

Die zweite Runde war gut, sodass ich am Ende gar nicht mehr genau wusste, warum das alles so schnell vorbei war. Als ich allerdings 160 km auf meiner Uhr nachlesen konnte, war ich erstaunt und innerlich auch sehr glücklich. So weit war ich bisher noch nie gefahren, sodass die letzten 20 km doch auch kein Problem mehr darstellen sollten. Der zweite Besuch beim Solarer Berg war allerdings ernüchternd, denn was sich in der ersten Runde als absolut genial darstellte, war auf der zweiten Runde dann eher wie ein verlassener Partyplatz. Klar, viele waren bereits auf dem Weg zur Laufstrecke, denn diese war ein ganzes Stück weg und musste von den Zuschauern auch erstmal bewältigt werden. Aber auch dieses Mal konnte ich mich über persönliche Unterstützung freuen, denn Hannah & Carsten waren ihrem Platz treu geblieben und gaben mir nochmal den benötigten Schub auf den letzten Radkilometer.

Ein toller Moment, als ich an der Abzweigung dann endlich die Abbiegung nach rechts einschlagen durfte, musste ich doch nach der ersten Runde hier noch nach links auf die zweite Runde nehmen. Noch knapp 6-7 km trennten mich nun von der zweiten Wechselzone und als ich den letzten kleinen Anstieg geschafft hatte, lies ich es bergab rollen, streckte mich und pfiff mir nochmal ordentlich Wasser, Riegel und Gels rein. Diese würde ich wohl gleich beim Laufen sicherlich gut gebrauchen können. Auch meine Radzeit konnte ich während des Rennens nicht genau errechnen, was für mich allerdings auch nicht wirklich wichtig war. Ich hatte nun schließlich noch einen Marathon zu laufen, alles andere zählte zu diesem Zeitpunkt auch nicht.

Bei der Einfahrt in die Wechselzone hatte mich dann mein Vater wieder fest im Blick und machte dort wieder viele tolle Bilder, welche in diesem Bericht verarbeitet wurden. Er hatte stets seine Kamera griffbereit, wie übrigens das ganze Wochenende vor, während und nach dem Wettkampf! 

Meine Bikezeit: 05:47:24. Unfassbar!

Und das alles, wenn man bedenkt, dass ich Anfang des Jahres erst richtig mit dem Radfahren begonnen hatte. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 31.09 km/h konnte ich also auch die zweite Disziplin an diesem Tag erfolgreich absolvieren.

Über den Marathon, welcher danach folgen sollte, hatte ich mir im Vorfeld natürlich viele Gedanken gemacht. Beim Laufen hatte ich die meiste Erfahrung vorzuweisen, so hatte ich mir schon einige Marathons und auch Ultratrailläufe in die Beine trainiert, aber vor keinem hatte ich so eine derartige Belastung. Über meinen Zustand in der Wechselzone 2 konnte ich vorher also nur spekulieren, jetzt sollte ich zu spüren bekommen, wie sich dieser während eines Wettkampfes bei der Langdistanz anfühlen sollte.

42,195 km Laufen

Einen Satz, welchen ich im Vorfeld immer wieder hörte bzw. las war, dass man während eines Wettkampfes mindestens einmal auf Toilette gehen sollte. Als ich mich umgezogen hatte und mich in meinen Laufschuhen auf den Weg zum Ausgang der WZ machte, musste ich beim Anblick der Toiletten seltsamerweise daran denken. Also nahm ich diesen kleinen Abstecher in Kauf, auch wenn ich nicht wirklich den Drang danach verspürte. Es tat gut, sodass ich sichtlich befreit und mich mit einem Lächeln schließlich auf die Laufstrecke machte. Dort warteten bereits wieder alle auf mich. Mein Vater, meine Mum, Roman und Connie und alle riefen mir etwas zu. Nichts hatte ich davon aufgenommen, denn meine Gedanken waren bereits nun voll und ganz aufs Laufen fokussiert. Roman lief ein kleines Stückchen mit und ich glaube, er sagte diesen Satz zu mir „Du weißt, dass Du derzeit auf 11 Stunden unterwegs bist?“ Ich glaube, ich sagte „Ja.“. Ich wusste es nicht.

Mein Blick ging wenig später auf meine Uhr, auf welcher in die einzelnen Distanzen zwar abgedrückt hatte, aber nur die Gesamtzeit eingeblendet hatte. Ich wollte mich unterwegs einfach nicht verrückt machen und nur einen gewissen Überblick über meine Distanz und Geschwindigkeit hatte. Sie zeigte mir auf den ersten Kilometern eine Pace von 05:00 – 05:15 min/km an und damit war ich für den Moment auch recht zufrieden.

Für den Marathon hatte ich mich an diesem Tag für den ON Cloud Laufschuh entschieden. Mit diesem war ich allerdings bis dato noch keinen Marathon gelaufen und ich habe mir im Nachhinein oft Gedanken darübergemacht, warum ich diesen Schuh wählte. Normalerweis bin ich ein absoluter Fan von vielen Modellen des Herstellers Saucony, in welchem ich schon viele Marathons erfolgreich finishen konnte.  Allerdings hatte ich ihn bei vielen Koppeltrainingseinheiten versucht und war begeistert von der Möglichkeit ihn schnell anzuziehen und auch das Laufgefühl war einfach fantastisch. Allerdings hatte ich meine Bedenken, wie er sich ab Kilometer 30 verhalten wird und der Komfort bis zum Ende halten würde. Ich hatte an diesem Tag keine großartigen Probleme mit den Schuhen, aber ganz glücklich war ich am Ende des Marathons mit meiner Wahl dann aber doch nicht.

Bis ca. Kilometer 10 hatte ich keine Probleme. Ich konnte das Tempo gut halten und versuchte mich auch weiterhin nicht verunsichern oder verrückt zu machen lassen. Ich war nicht weit entfernt, von einem erfolgreichen Finish meiner ersten Langdistanz. Allerdings sollte es ab diesem Moment schwerer werden, als ich es mir im Vorfeld ausgerechnet hatte. Besonders auch die Strecke am Kanal entlang, der Umstand das dort keine bis wenige Bäume Schatten spendeten, wurde für mich zunehmen schwieriger. An dieser Stelle muss ich auch auf einen Fehler aufmerksam machen, welchen ich vor dem Rennen gemacht hatte. Mit der Schwimm- und Radstrecke hatte ich mich ausgiebig beschäftigt, sie studiert und wie bereits geschrieben auch schon abgefahren. Bei dem Marathon war ich mich wohl zu sicher, dass ich diesen am Ende einfach nur Laufen müsste. Zu oft stand ich am Start eines „einfachen“ Marathons und habe sie alle gut bis sehr gut absolvieren können. Das war ein Fehler. Ich wusste während des Marathons nicht wirklich, an welcher Stelle der Strecke ich nun war, denn außer den Kilometerschildern hatte ich keinen Anhaltspunkt. Ich wusste allerdings, dass alle ca. 2 km ein Verpflegungstand aufgebaut sein würde, was mich am Ende wohl auch mental weiterbrachte bzw. eventuell sogar „rettete“.

Dennoch ließ ich mich von einigen Streckenabschnitten wohl zu sehr „überraschen“, als das ich wusste was auf mich zukommt. So lief ich gefühlte 20 Kilometer nur am Kanal entlang, auf einem Weg der für meine Schuhe nicht wirklich bestens geeignet war. Die Sonne prallte uns auf den Schädel und auch wenn ich ein guter Hitzeläufer bin, so hatte ich ab Km 15 das Gefühl, immer mehr und mehr auszutrocknen. Mit jedem Kilometer mehr, sank auch mein Bestreben danach durchzulaufen, was ich mir eigentlich fest vorgenommen hatte. Dieses spiegelte sich auch in meinen Zeiten wieder. So wurden meine Pacezeiten Kilometer für Kilometer langsamer, was mich allerdings noch nicht wirklich beunruhigte. Ich würde den Marathon zu Ende laufen, so oder so. Selbst wenn ich die letzten Meter kriechen hätte müssen, das Ding wollte ich auf jeden Fall beenden. Ich weiß es nicht mehr genau, aber es müsste um die Halbmarathon-Distanz gewesen sein, als ich mich trinkend das erste Mal zum Gehen hinreißen ließ. Die zweite Marathonhälfte sollte somit schwerer werden, das stand somit bereits fest.

Immer wieder versuchte ich andere Athletinnen oder Athleten in ein Gespräch zu verwickeln, um mich etwas abzulenken und mich am Laufen zu halten. Doch viele davon sahen nun auch nicht mehr danach aus, als ob sie für ein kurzes Gespräch aufgelegt wären und hatten mit sich und ihrem eigenen Körper mehr als genug zu tun. Dann versuchte ich immer wieder andere zu finden, mich anzuschließen, dran zu bleiben, einen anderen Rhythmus zu finden. Die einen waren zu schnell. Die anderen waren zu langsam oder blieben selber immer wieder stehen. Schlagartig wurde mir bewusst, dieser Marathon ist eben nicht nur ein Marathon. Es ist der Marathon, welchen ich nach 3,8 km Schwimmen und 180 km Radfahren absolvieren würde. Als wenn ich das im Vorfeld nicht schon gewusst hätte. Doch jetzt spürte ich ihn. Diesen Marathon während einer Langdistanz.

Es kam ein weiterer unglücklicher Umstand dazu. Die Laufstrecke in Roth ist nun nicht wirklich dafür bekannt, als eine, die für die Zuschauer leicht erreichbar ist. 42,195 km sind so verteilt, dass man am Anfang und am Ende einen irre guten Blick auf alle Teilnehmer werfen kann, doch dazwischen ist man viele, viele Kilometer mutterseelenallein. Wenn man mal von den anderen Läuferinnen und Läufern absieht, welche sich gerade selber versuchen ins Ziel zu bewegen. Auch zu diesem Zeitpunkt wäre ein Motivationsschub sehr hilfreich gewesen, doch dieses Mal blieb er leider aus. Zu abgelegen, zu verwinkelt, zu stressig wäre es für die Supporter gewesen die zahlreichen Abzweigungen oder Hotspots zu erreichen. Bereits im Vorfeld hatten wir deshalb keine weiteren Standorte für den Marathon ausgemacht. Ich sollte alle erst wieder im Ziel sehen.

Doch würde ich es überhaupt erreichen können? Darüber hatte ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht. Warum auch, hatte ich doch auch noch nie einen Wettkampf auf der Strecke und nicht im Ziel beenden müssen.

Kilometer 30. Das Ziel schien immer noch so weit weg und ich hatte immer noch keine Ahnung, wie viele Streckenabschnitte ich noch hin und wieder zurücklaufen durfte. Immer wenn ich auf der Gegenseite Teilnehmer sah, welche noch eingefallener aussahen als ich selber, wusste ich, dass ich an dieser Stelle wohl auch noch vorbeikommen würde. Ich versuchte mich weiterhin mit den Verpflegungsstellen über Wasser zu halten. Anhalten, trinken, wieder anlaufen und bis zur nächsten durchlaufen. Gelang mir. Anfangs. Irgendwann ging das allerdings auch nicht mehr auf, sodass ich mir immer mehr Gehpausen gönnte und mir einen Blick auf die Uhr ersparte. Ankommen. Immer wieder versuchte ich mich zu motivieren, hatte ich doch bereits auf vielen Marathons bewiesen, dass gerade dieser Abschnitt zu einer meiner stärksten zählte. Was machten denn meine Beine? Denen ging es eigentlich recht gut und immer, wenn ich wieder anlief, hatte ich das Gefühl bis zum Ende durchlaufen zu können.

Wenn ich den Marathonteil dieses Berichts nochmals durchlese, bekomme ich selber den Eindruck, dass ich komplett eingebrochen war. Dem möchte ich an dieser Stelle widersprechen. Sicherlich hatte ich mir hinten raus noch etwas mehr Reserven gewünscht, aber ich war immer noch voll in meiner Zeit und hatte nur noch knappe 4 Kilometer zu laufen. Ich war also nur noch 4 Kilometer von meiner Familie und meinen Freunden entfernt. Das entfesselte nochmal meine letzten Energiereserven. Als ich den Trubel im Zielbereich hörte, gab es für mich auch kein Halten mehr. Schon jetzt überwältigten mich wieder alle Emotionen und ich versuchte den Gedanken über meinen ersten Finish bei der Challenge Roth zu unterdrücken. Nicht, weil ich mich nicht darüber freuen wollte. Nicht, weil ich mit meiner Leistung nicht zufrieden war. Ich glaube, ich wollte es einfach noch nicht realisieren…

Als ich die letzten Meter über den Teppich und diese ewige Rechtskurve unter dem Jubel meiner Lieben lief, war alles zu spät. Kurz nach der Ziellinie fiel ich auf die Knie, nicht vor Erschöpfung, sondern aus Dankbarkeit. Dieser Teppich wollte geknutscht werden. Unglaublich, dass man nach so vielen schönen Zieleinläufen immer wieder dieses Highlight so intensiv erleben darf, wie ich es tue.  Kurze Zeit später sah ich mich in den Armen meiner Eltern und meiner Freunde, die es mittlerweile alle in den Zielbereich geschafft hatten. Dieser Moment ist nicht zu beschrieben. Jedes Wort würde nicht annähernd beschreiben können, wie ich mich fühlte. Ich war einfach "nur" glücklich.

Beim Marathon erreichte ich eine Zielzeit von 04:13:33.    

Fazit

Dieser Bericht entsteht viele Wochen bzw. sogar Monaten nach meinem erfolgreichen Finish bei der Challenge Roth 2016. Über die Gründe habe ich mir oft Gedanken gemacht, eine Antwort kann ich aber bis heute nicht geben. War ich enttäuscht? War ich glücklich? War ich erschöpft? War ich ausgelaugt? Alles und nichts.

Der letzte Block über den Marathon bei der Langdistanz ist in diesem Bericht am längsten geworden. Ganz einfach, weil er mir am Besten in Erinnerung geblieben ist. Fakt ist: Eigentlich wollte ich in meinem Leben keinen Marathon mehr über 4 Stunden laufen, bei einer Langdistanz ist aber eben alles anders. Somit kann ich auch mit Stolz sagen, dass ich mit der an diesem Tag erlaufenen Zielzeit mehr als zufrieden bin und auch sein kann. Dennoch habe ich in den Tagen nach dem Wettkampf viel darüber nachgedacht, warum ich diesen nicht „etwas“ besser absolvieren konnte. Immer wieder hatte ich mir Gedanken über meinen Gesundheitszustand gemacht. Waren es eventuell doch die falschen Schuhe, war ich am Ende dann doch einfach nicht 100% vorbereitet oder hat mich die Erkältung am Ende doch einfach zu sehr belastet? Was hätte ich am Ende besser machen können oder war es die Folge, dass ich einfach diese Erfahrungen in der Langdistanz sammeln musste?

Und genau an dieser Stelle musste ich mich irgendwann auch bremsen, denn hier übermannt mich einfach auch wieder mein eigener Ehrgeiz. Alles Quatsch! Ich habe mich meiner ersten Langdistanz gestellt. Hatte mir im Vorfeld extra keine Zielzeit aufdrücken lassen und wollte einfach als strahlender Finisher über die Ziellinie laufen und genau das habe ich geschafft. Hätte man mir vor ca. 5 Jahren erzählt, dass ich dieses Projekt wirklich realisiere und es tatsächlich schaffe, ich hätte es damals nicht geglaubt. Ich wollte eine LD beim Triathlon unter 12 Stunden finishen, das habe ich erreicht. Als Bonus durfte ich diesen Tag mit meinen wundervollen Eltern und meinen absolut genialen Freunden erleben. Hatte ich mich bereits bedankt? Danke...

Bei der Challenge Roth konnte ich folgende Splitzeiten erreichen: 

Swim  01:07:03
WZ 1   00:04:36
Bike    05:47:24
WZ 2   00:03:20
Run     04:14:33

Gesamt durfte ich mich also über eine Zielzeit von 11:16:54 freuen! Damit belegte ich den 1122. Gesamtplatz und den 231. Platz in der AK 35.

Das Projekt „Erfüllung meines sportlichen Lebenstraums“ wurde erfolgreich abgeschlossen. Es kribbelt, jedesmal wenn ich diesen Satz lese und nachdem ich ihn geschrieben habe ist es ein seltsames Gefühl. Habe ich denn jetzt noch Ziele?

Was nun, wie geht es im Triathlon weiter?

Einige Wochen hatte ich mich mit diesem Thema nicht mehr wirklich beschäftigt. Ich wollte alle Eindrücke erst einmal sacken lassen und mich sortieren. Außerdem stand noch der Berlin Marathon 2016 auf dem Programm, sodass ich mich hier sehr schnell wieder fokussieren musste. Bereits in meiner „OffSeason“ Ende Oktober / Anfang November, machte ich mich allerdings schon an die Planungen für das neue Jahr 2017.

Ursprünglich wollte ich beim Ironman Austria an den Start gehen. Doch ein weiteres Highlight, welches schon seit einigen Jahren auf meine Liste steht, nahm die Planung für das kommende Jahr plötzlich eine glückliche Wendung. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten zu wollen, wird es im kommenden Jahr wieder mehr in den Trailrunning-Bereich gehen. Dazu wird es eigene Berichte geben, einer davon wieder im Januar 2017. In diesem wird es auch eine Aussicht auf die komplette Saison, mit detaillierte Informationen und Wettkampfziele, geben. Man darf also wieder gespannt sein … 

Hinweis: Sollten Sie sich auf einem oder mehreren meiner Bilder erkennen und gegen diese Veröffentlichung in meinem Blog sein, so nehmen Sie doch bitte Kontakt mit mir auf, damit ich diese(s) umgehend entfernen kann.

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